Von der DRK-Spielgruppe zum Orchester

 

Am 1.April 1950 gründet das Deutsche Rote Kreuz Ortsgruppe Ennepetal-Milspe eine Jugendgruppe. Leiter dieser Jugendgruppe wird das langjährige Verbandsmitglied Wilhelm Flick. Anfänglich werden die jungen Leute in der „Ersten Hilfe“ eingewiesen und mit den Arbeiten des DRK vertraut gemacht. Die Jugendrotkreuzler sind mit Feuereifer  bei der Sache, gewinnen  bereits 1952 den Jugendwettkampf Erste Hilfe in Schwelm und erhalten den 1. Wanderpreis des Ennepe-Ruhr-Kreises. Ab 1953 treffen sich die jungen Leute zusätzlich an einem zweiten Abend in der Woche, bei dem Musik Gesang und Spiel im Vordergrund stehen.

Und damit beginnt es, denn unter den Jugendrotkreuzlern sind schon drei Akkordeonspieler, die ihre Instrumente zu den Unterhaltungsabenden mitbringen ….und für sie steht fest:

 

                                         Wir gründen ein Orchester!

 

Nur bis dahin ist es noch ein langer Weg. Franz Diettrich ist Leiter der Spielgruppe.

1955 feiert die DRK-Jugendgruppe das 5-jährige Bestehen in der Gaststätte Langenscheidt in Ennepetal-Rüggeberg, eingeladen werden die Mitglieder des DRK.

Mit bereits 8 Akkordeonspielern, einem Gitarristen und einem Schlagzeuger hat die Musikgruppe ihren ersten Auftritt.

 

29.Oktober 1955  Kameradschaftsabend zum 5-jährigen Bestehen des DRK

 

 

Im Mai 1957  tritt die Musikgruppe  bei der Feier 50 Jahre  DRK- Zug Ennepetal-Milspe

vor größerem Publikum im Haus Ennepetal auf und schafft damit den Durchbruch an die Öffentlichkeit. Bereits im gleichen Jahr wirkt die Gruppe beim Klutertbergfest mit.

Manfred Marhöfer ist der erste Dirigent der Spielgruppe der DRK Akkordeon-Spielgruppe.

1958 wird Heinrich Schnicker aus Gevelsberg Dirigent. Spielten die Akkordeonspieler bisher nur zweistimmig,  beginnt Schnicker Ende 1959 damit, die Spielgruppe in mehrstimmige Sätze für Akkordeon-Orchester einzuführen.

 

Die ersten eingespielten Gagen werden für den Ankauf eines Elektrobasses verwendet.

 

November 1959 Kleines Konzert an der Wassermaus

 

 

1960 findet nach unseren Unterlagen eine Versammlung statt. Wilhelm Flick, bisher immer noch Jugendrotkreuz-Gruppenleiter, nennt sich nun 1. Vorsitzender des

Jugendrotkreuz-Akkordeonorchester

 

Ein eigener Vorstand, eine eigene Vereinskasse außerhalb des DRK, damit ist der große Schritt zum selbstständigen Verein getan. 1984 unter dem Vorsitz von Anita Schöneberg wird das Jahr 1960 als Vereinsgründungsjahr festgelegt.

 

 

Bereits im gleichen Jahr nimmt das Orchester mit neuem Dirigenten, Kurt Lewald,

am Wettbewerb der Akkordeon-Orchester des Kreises Ennepe-Ruhr teil und erreicht dort mit der Ouvertüre Regina in der Leistungsgruppe II den 2. Platz.

Ein erstes selbstständiges Konzert wird im Oktober 1961 im Haus Ennepetal veranstaltet. Zu Gast ist der Heilenbecker Männerchor.

 

1961 Konzert im Haus Ennepetal

 

Da aus der DRK-Jugend  mittlerweile junge Damen und Herren geworden sind, wird das

Orchester 1963  in DRK Akkordeon-Orchester Ennepetal umbenannt.

 

Die Jahre 1963 bis 1965 stehen im Zeichen der internationalen Freundschaft zwischen den Ennepetalern und dem Akkordeonorchester Concordia aus Ouderkerk an der Amstel/Niederlande.  Zu Konzertreisen und Freundschaftsbesuchen geht es zwischen den beiden Städten einige Male hin und her.

 

Die Aktivitäten des Orchesters werden durch die alljährlich stattfindenden Sommerfeste finanziert, die ohne die tatkräftige Mitwirkung der Eltern der Spieler und der passiven Mitgliedern nicht durchführbar ist.

 

1965 wird Walter Brahm neuer Dirigent des DRK-Akkordeon-Orchesters.

Mit Walter Brahm, studierter Kirchenmusiker und Dirigent zahlreicher Männerchöre, erlebt das Orchester einen musikalischen Aufschwung. Mit viel Engagement und Eigeninitiative führt er zusätzlich zum Dirigat eine intensive Schülerausbildung durch.

 

1970 wird das Orchester zum ersten Mal nach Vilvoorde – Belgien zum Europafest gemeinsam mit der Ortsgruppe des DRKs eingeladen.

Schmunzelt erinnern sich die älteren Spieler an die Unterbringung in der landwirtschaftlichen Gehilfenschule, an das medium gebratene Roastbeef und an das unbekannte Gemüse namens Chicoree.

Im gleichen Jahr löst sich das Akkordeon-Orchester endgültig vom DRK, neuer 1. Vorsitzender wird Heinz Scheggetmann. Unter seiner Führung erhält das Orchester den Namen:

 

Akkordeon-Orchester Ennepetal e.V.

Mitglied des deutschen Harmonikaverbandes e.V.

31.10.1970 Herbstkonzert in der Tunhalle der TG Voerde

 

Das Klangvolumen des Orchesters wird 1970 durch ein Elektronium verändert.

 

1972 wird die erste Schallplatte des Orchesters gemeinsam mit dem Bürgergesangverein „Glocke“ aus Gevelsberg produziert.

 

Walter Brahm prägt das Orchester durch schwierige Ouvertüren und Konzertstücke.

 

Großartige Konzerte mit Männerchören stehen für die 70er und 80er Jahre bei denen das Orchester mitgewirkt hat.
So beispielsweise bei vielen Konzerten des Männergesangvereins Friedenshöhe, des Dorma Werkschores, zum 100jährigen Bestehen des Männerchores aus Rüggeberg, MGV Kotthauser Höh, dem Volkschor Ennepetal. Zahlreiche Engagements führen das Orchester in die nähere und fernere Umgebung wie z.B. Konzerte mit dem Realschulchor im Martin-Luther Haus Sprockhövel, MGV Hiddinghausen in Sprockhövel, MGV Eintracht Breckerfeld, MGV Einigkeit Volmarstein, Quartettverein Marienheide, Märkischer Quartettverein Witten, MGV Bruderbund Herdecke, Volmetaler Frauen- und Mädchenchor, Männergesangverein Braken in Wuppertal-Nächstebreck, Liederkranz Leichlingen-Bennert in Leichlingen, MGV Hagen-Vorhalle, MGV Einigkeit Siegen Geisweid und dem Schönthaler Männerchor aus Wetter.

Einer der Höhepunkte aus diesen Jahren ist die Mitwirkung des Orchesters bei der Unterhaltungssendung „Zu Gast in Gummersbach“ des WDR 1,  aus Anlass der Einweihung des neuen Bühnenhauses der Stadt Gummersbach im Oktober 1974,. bei dem der bekannte Schlagerstar Heino gastiert.

 

 

Die Konzertreihe im Sanatorium Königsfeld beginnt 1974, 

 

Besonders in Erinnerung bleiben die vielen Konzerte im großen Kursaal von Bad Sassendorf, zu denen das Orchester ab 1976 über viele Jahre regelmäßig verpflichtet wurde. Diese Konzerte waren nicht nur aus musikalischer Sicht besonders reizvoll, sondern für die Musikerinnen- und Musiker und die oft mitreisenden Familienangehörigen auch immer mit einem netten Ausflug verbunden.

 

1974 Fototermin Aula Reichenbach-Gymnasium

 

In der Jahreshauptsammlung 1978 tritt Heinz Scheggetmann nach 8 Jahren intensiver Vorstandsarbeit von seinem Amt zurück, die 20jährige Anita Schöneberg (damals hieß sie noch Gudat) wird von den Mitgliedern als neue Vorsitzende gewählt.

Damit beginnt eine neue Ära: Wurde bisher das Orchester von passiven Mitgliedern geführt, so steht jetzt eine aktive Spielerin dem Verein vor. Zu dieser Zeit ist das Durchschnittsalter der 31 Spielerinnen und Spieler 18 Jahre.

1979 wird im  Rahmen einer Kulturveranstaltung der Stadt Ennepetal der aus Funk und Fernsehen  bekannte Star Dunja Rajter engagiert. Neben diesem Stargast wirken die „Jugoslawische Volkstanzgruppe Schwelm“ und das Akkordeon-Orchester Ennepetal mit. Die Gesamtleitung des Abends hat Walter Brahm.

Neben den großen Konzerten mit Männerchören gibt es außerdem Auftritte bei der Bundesgartenschau im Dortmunder Westfalenpark und dem Dortmunder Fredebaumpark.

1985 feiert das Orchester das 25jährige Jubiläum mit einem Konzert in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums Ennepetal. Als Gäste sind das Duo Praga Havlu & Rod aus Prag und der MGV Breckerfeld eingeladen. Das Duo Praga machte das Jubiläumskonzert mit seinen Soloauftritten am Xylophon und Piano zu einem unvergesslichen Erlebnis.

1987 wird in der örtlichen Presse der Mandolinenclub Divertimando aus der Partnerstadt Vilvoorde vorgestellt. Dieser sucht einen musiktreibenden Verein aus Ennepetal, um gemeinsame Konzerte zu veranstalten.
Der Vorstand des Orchesters nimmt mit Divertimando Kontakt auf.
Bereits im November 1987 erfolgt eine Einladung des Orchesters nach Vilvoorde zu einem gemeinsamen Konzert im dortigen historischen „Stadthus“ 


 

1988 folgte anlässlich der 15jährigen Städtepartnerschaft Ennepetal-Vilvoorde ein Gegenbesuch des Mandolinenclubs zu einem gemeinsamen Konzert in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums Ennepetal.

Nach 14 Jahren erfolgreicher Vorstandsarbeit legt Anita Schöneberg 1992 das Amt nieder. Die Mitgliederversammlung wählt Günter Jellinghaus einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden, der den Vorsitz zwei Jahre ausübt.

1994 wird Jürgen Schöneberg zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Im Dezember 1993 erhält das Akkordeon-Orchester eine hohe Auszeichnung. Der Deutsche Harmonika Verband e.V. mit Sitz in Trossingen würdigt das Orchester für seine grenzüberschreitenden musikalischen Aktivitäten. In der Urkunde, die durch den damaligen Bürgermeister der Stadt Ennepetal August Born überreicht wurde, heißt es „…wurde durch dieses musikalische und persönliche Engagement der Beweis angetreten, dass Musik als Kulturgut politische und sprachliche Barrieren überwindet“.

Das Jahr 1994 bringt im Jahresverlauf einen großen Einschnitt in den Werdegang des Orchesters. Dirigent Walter Brahm erkrankt schwer und muss das Dirigat an die junge Nicole von Gersum abgeben. Sie leitet zukünftig engagiert und erfolgreich die Probenarbeit und Konzerte.

1995 feiert das Orchester, erstmals unter der musikalischen Leitung von Nicole von Gersum, das 35jähriges Bestehen mit einem Konzert in der ausverkauften Aula des RGE. Zu diesem Konzert war den Gospel-Chor Wetter eingeladen.

Dem besonderen Engagement der Dirigentin ist die Gründung eines Schülerorchesters zu verdanken. Mit 16 ausgebildeten Schülern startet das Projekt. Das Schülerorchester macht unter der musikalischen Leitung von Nicole von Gersum schnell große Fortschritte.

1999 feiert die Stadt Ennepetal den 50igsten Geburtstag. Zu Ehren der Stadt steht das Konzert des AOEs unter dem Motto „Wünsch dir Was“. Aus dem Repertoire wurden 50 Musikstücke ausgewählt, aus denen das Publikum sich das Wunschprogramm selbst zusammenstellen konnte.

Das Orchester feiert im Jahr 2000 seinen 40igsten Geburtstag. Dazu nimmt es die erste CD im Tonstudio Schwerte auf. Das Jubiläumskonzert in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums bleibt noch lange in Erinnerung.

Im Herbst 2005 verabschiedete sich Nicole von Gersum als Dirigentin vom Ennepetaler Publikum mit einem grandiosen Abschiedskonzert. Sie, die eine hervorragende Solistin auf ihrem Instrument ist, möchte lieber wieder mit dem Akkordeon musizieren und verstärkt nun die 1. Stimme.


 

Die Spieler aus dem Schülerorchester werden ins Hauptorchester integriert, wegen mangelndem Nachwuchs wird die Probenarbeit im Schülerorchester eingestellt. 

Die Nachfolge von Nicole von Gersum tritt Peter-Paul Kilian aus Iserlohn an, der ebenfalls die moderne Akkordeon-Literatur in den Vordergrund stellt.

2010 führt er, aus Anlass des 50. Geburtstages des Vereins, das Orchester durch das Jubiläumsjahr.
Bereits im März veranstaltet das Orchester gemeinsam mit dem Shanty-Chor Voerde das erste Konzert vor ausverkauftem Haus in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums.
Weiter fleißig proben heißt es bis zum Oktober, denn gemeinsam mit den Freunden aus Vilvoorde möchte der Verein den Geburtstag mit einem großen Konzert feiern.
Als Geburtstagsgeschenk erhält das Akkordeon-Orchester eigens vom Dirigenten des Mandolinenclubs, Frans Verhoeven, geschrieben, das Musikstück „Akkorenne“.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres findet ein Neujahrskonzert in der ev. Kirche zu Milspe statt.

Auch die vielen Auftritte mit Peter-Paul Kilian in Ennepetal bei den Sang- und Klang Konzerten, den Stadtteilfesten, dem Hafenfest, in der Klinik Königsfeld  bleiben in guter Erinnerung

2012 verlässt Peter-Paul Kilian das Akkordeon-Orchester, übergangsweise übernimmt Jutta Brahm, Musiklehrerin und Mitspielerin im Orchester das Dirigat.

Im Oktober 2012 fährt das Orchester nach Vilvoorde,

um die mittlerweile 25jährige Freundschaft zwischen beiden Vereinen zu feiern.
In einer Feierstunde wird das Jubiläum von Vilvoordes Bürgermeister Marc van. Asch gewürdigt.
Die 1. Vorsitzenden aus dem Jahr 1987, Anita Schöneberg und Marciana Decock, werden für ihr persönliches Engagement um die Orchesterfreundschaft geehrt. Das Konzert findet im Kulturzentrum „Het Bolwerk“ statt.
Jutta Brahm präsentiert auf der Bühne ein Feuerwerk aus Klassik und Moderne aus dem Repertoire des Orchesters der letzten 25 Jahre.
Auch die Uraufführung des Musikstückes „Akkorenne“ gemeinsam mit dem Mandolinenclub darf natürlich nicht fehlen.
Ein Konzert, das sehr beeindruckt hat.

 

Im Januar 2013 wird Holger Kunz, Bezirksdirigent des deutschen Harmonika Verbandes e.V. Bezirk Ruhr, neuer Dirigent des Akkordeon-Orchesters. Die Akkordeonisten freuen sich auf die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Dirigenten.